Hirudo verbana, der Blutegel

 

Denkt man an einen Blutegel, kommen Gefühle auf wie:

glitschig, schwarz, blutrünstig, einfach eklig!

Doch da irrt man sich! Blutegel sind farbig, elegante Schwimmer, ungefährlich und gar nicht eklig ...

 

und sie helfen! - so gut, dass seit vielen Jahrtausenden Menschen und Tiere sich ihre Heilkünste zu Nutze machen!

 
Tiere wissen instinktiv um die Heilkraft der Egel. So gehen z.B. Rinder, Wasserbüffel, Schafe und Pferde mit Gelenksproblemen ganz gezielt in Gewässer, in denen Blutegel leben, und warten geduldig, bis die kleinen Helfer sich ihre winzige Mahlzeit holen und zum Dank helfende Sekrete im Körper des Patienten hinterlassen. Insgesamt steht uns mit dem Blutegel ein extrem verträgliches Mittel mit nachgewiesener und lang anhaltender Wirkung zur Verfügung.

 

Inzwischen ist die Blutegeltherapie zum Gegenstand moderner Forschung geworden, die längst belegt hat, dass die Heilwirkung dieser Therapie nicht auf mittelalterlichem Aberglauben beruht.

 

Die rekonstruktive Chirurgie hat die sensiblen Blutsauger in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederentdeckt und die moderne Biochemie hat eine Reihe von Wirksubstanzen und deren Wirkmechanismen im Blutegelspeichel aufgeklärt.

Einer dieser Blutegel-Wirkstoffe, das Hirudin, ist ein weltweit anerkanntes Arzneimittel, das bei verschiedenen Blutgerinnungsstörungen, u.a. bei Herzinfarkt, Verwendung findet.

 

Interessantes, das man Wissen sollte:

  • In den Speicheldrüsen der Egel sind hochwirksame Substanzen, aber keine Krankheitserreger zu finden
  • Ihr Biss wird meist mit der Berührung einer Brennnessel verglichen
  • Überall, wo Blutegel vorkommen, werden sie von Mensch und Tier zur Heilung oder Linderung genutzt
  • Blutegel leben bis zu zwei Jahre von einer Mahlzeit

Wozu werden Blutegel beim Pferd eingesetzt?

  • Arthritis, Arthrose
  • Hufrehe
  • Bänder- und Sehnenerkrankungen
  • Gallen (keine chronischen, alten Gallen)
  • neuronale Erkrankungen
  • Druckstellen
  • Abszesse, Phlegmonen („Einschuss“)
  • Wundheilungsstörungen
  • Hämatome
  • Penisprolaps

Natürlich gibt es auch Kontraindikationen.
Obwohl es nur ganz wenige sind, sollte man sie genaustens kennen und berücksichtigen.

 

Auch beissen "Echis", wie ich sie liebevoll nenne und Ihnen teils auch Namen gebe, nicht unter allen Umständen an.
Hier sollte man gewisse Tricks kennen und Vorbereitungen treffen.

 

Lassen Sie Ihr Tier deshalb nur von einem dafür ausgebildeten Therapeuten behandeln.

Quelle:

http://www.blutegel.de

 

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